Dienstag, 2. Februar 2010

Graublaustriemen.

Zersplitterte Fingernägel, überblätterte Seiten und gerunzelte Stirn.

Als ich 13 war, habe ich mit Begeisterung den Spiegel gelesen, wöchentlich. Ich habe alles in mir aufgenommen, die Informationen seziert, die schwarz weißen Buchstaben aneinandergereiht, die Bilder objektiv betrachtet, alles in die richtige Ecke gesteckt.

Als ich gerade eben den Spiegel gelesen habe, ist mir übel geworden. Kleine Mädchen mit blutüberströmten Gesicht, zynisch Lächelnde mitvierziger, gräuliche Horizonte. Die Buchstaben verschwimmen vor meinen Augen, ich muss mich in Jeden hineinversetzen, alles hinterfragen, was hat sie Gefühlt? Tut es weh, so weit weg zu sein?
Ich frage mich ob die kleinen Bilder auch Gefühle haben, ob sie sich in ihren 5cm² wohl fühlen, vielleicht ist es ja kalt.
Im Hintergrund redet die kalte, versucht fröhliche RTL-Stimme, glatte Gesichter, silberglänzendes Haar.
Ich will mir am liebsten die Ohren zuhalten, ich schäme mich, ich frage mich in was für einer Welt wir leben.

6 Kommentare:

  1. gute gedanken, wahre gedanken, schrecklich wahre gedanken

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  2. die frage stelle ich mir auch immer und immer wieder. eine erbärmlich welt, wenn du mich fragst.

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  3. sehr wahre gedanken... aber die frage ist schwer. mit sicherheit gibt es viele gute und schlechte seiten, leider!

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  4. du hast sehr recht. manchmal frage ich mich wie es so weit kommen konnte. es geschiehen zu viele schreckliche dinge!

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  5. Ich hab dich getagged :)


    http://searchandfindus.blogspot.com/2010/02/pssstttt.html

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  6. Ich liebe es wie du schreibst, das kann man nicht oft genug erwähnen.

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